Eine Nacht bei Jargal und Awidsuren
Philipp wollte unbedingt ein Zicklein essen, darum gingen wir zu einer Nomadenfamilie, wo Philipp ein Zicklein von zwei Jahren schlachten liess. Das ging so: Zuerst wurde dem Zicklein mit einem Holzpflock auf den Kopf geschlagen, so dass es ohnmächtig wurde. Dann haben sie ihm durch einen Schnitt, im Bauch die Aorta vom Herz abgetrennt, so dass das Zicklein innerlich verblutete. Und schliesslich haben sie dem Zicklein das Fell abgezogen. Während dessen quoll der Magen des Tieres beim Schnitt hervor, dort schlitzte man die Ziege der Länge nach auf. Dann nahmen sie ihm die Innereien heraus, die wir nachher auf dem Feuer brieten. Das Ganze verschlug mir etwas den Appetit. Wir essen das Fleisch meistens ohne Fett, doch bei den Nomaden ist Fleisch ohne Fett, kein Fleisch.
Die Nomaden in der Mongolei leben immer in Jurten. Eine Jurte ist ein rundes Gestell, das wie eine Kretsche funktioniert. In der Mitte steht ein Ofen, die Wände sind mit Filz bedeckt und lassen keinen Wind und auch keinen Regen hinein. Es gibt auch Jurtenregeln, die lauten: Nicht zwischen den beiden Pfosten hindurch gehen, sich nicht den Kopf an der Tür anschlagen und nicht auf die Türschwelle treten.
Caspar, ich und ein paar andere Nomaden trieben die Ziegen und Schafe durch einen kleinen Gang, um die Jungtiere in ein Gehege zu sperren, damit der Wolf sie nicht fressen kann. Sie hatten auch noch ein paar Yaks, Tiere vom Himalaja, die sie manchmal zu Trockenfleisch verarbeiten. Der Lebensunterhalt der Nomaden besteht darin, Ziegenmilchbrot zu machen, Schafe zu melken, filzen und Kleider anzufertigen. Wir schenkten der Familie einen Beutel, in dem Bonbons drin waren. Doch Nomaden legen das Geschenk beiseite und öffnen es erst, wenn der Schenkende wieder gegangen ist, damit sie nicht das Gesicht verlieren, falls es ihnen nicht gefällt.
Am nächsten Morgen durften wir ihre Dels anprobieren, dies sind traditionelle, lange Gewänder, in denen man schön warm hat. Awidsuren und Jargal liessen sich mit uns darin fotografieren. Als wir gingen, erhielten wir Küsschen, was bei den Nomaden eher selten ist, da dies ein Zeichen für grosse Zufriedenheit und Zuneigung ist. Als wir schliesslich gingen, spritzte Awidsuren ein wenig Stutenmilch in die Luft und auf unsere Häupter, was bedeutet, dass sie uns segnete und eine gute Reise wünschte.







Euer Eric
Die Nomaden in der Mongolei leben immer in Jurten. Eine Jurte ist ein rundes Gestell, das wie eine Kretsche funktioniert. In der Mitte steht ein Ofen, die Wände sind mit Filz bedeckt und lassen keinen Wind und auch keinen Regen hinein. Es gibt auch Jurtenregeln, die lauten: Nicht zwischen den beiden Pfosten hindurch gehen, sich nicht den Kopf an der Tür anschlagen und nicht auf die Türschwelle treten.
Caspar, ich und ein paar andere Nomaden trieben die Ziegen und Schafe durch einen kleinen Gang, um die Jungtiere in ein Gehege zu sperren, damit der Wolf sie nicht fressen kann. Sie hatten auch noch ein paar Yaks, Tiere vom Himalaja, die sie manchmal zu Trockenfleisch verarbeiten. Der Lebensunterhalt der Nomaden besteht darin, Ziegenmilchbrot zu machen, Schafe zu melken, filzen und Kleider anzufertigen. Wir schenkten der Familie einen Beutel, in dem Bonbons drin waren. Doch Nomaden legen das Geschenk beiseite und öffnen es erst, wenn der Schenkende wieder gegangen ist, damit sie nicht das Gesicht verlieren, falls es ihnen nicht gefällt.
Am nächsten Morgen durften wir ihre Dels anprobieren, dies sind traditionelle, lange Gewänder, in denen man schön warm hat. Awidsuren und Jargal liessen sich mit uns darin fotografieren. Als wir gingen, erhielten wir Küsschen, was bei den Nomaden eher selten ist, da dies ein Zeichen für grosse Zufriedenheit und Zuneigung ist. Als wir schliesslich gingen, spritzte Awidsuren ein wenig Stutenmilch in die Luft und auf unsere Häupter, was bedeutet, dass sie uns segnete und eine gute Reise wünschte.







Euer Eric
rudmann - 20. Jul, 12:43